wappentveTV 1906 Erpolzheim e. V.
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Über 100 Jahre TV 1906 Erpolzheim

Als nach der Jahrhundertwende junge Erpolzheimer zum Militärdienst eingezogen wurden habe man sich geärgert, dass sich die Burschen aus der Stadt, die einem Turnverein angehörten, viel gelenkiger gewesen seien als sie. Die Voraussetzung zum Turnen waren vor 100 Jahren zumindest in den kleinen Dörfern noch recht bescheiden . Am Anfang war der einfache Wunsch eine sportliche Betätigung zu schaffen.
So gründete man im Jahre 1906 den Turnverein Erpolzheim. Johannes Becker war der 1. Vereinsvorsitzende. Geturnt wurde in Scheunen und sonstigen kleinen Räumen. Ballspiele konnten aus Platzgründen vor dem ersten Weltkrieg nicht durchgeführt werden.
Mit dem Fahrrad oder dem Fuhrwerk, das Bürgermeister Johannes Becker zur Verfügung stellte, wurden die Turnfeste in der näheren Umgebung besucht. An die Leistungen der "Städter" heranzukommen war, auch für die Vorturner, sehr schwierig. Aber man freute sich riesig und war sehr stolz über jeden Siegerkranz den man mit nach Hause nehmen konnte.
Eine Handballmannschaft nahm 1923 den Spielbetrieb auf. Ein Brachstück in der Nähe vom Friedhof diente als Sportplatz.
1936 wird der Turnverein dem Reichsbund für Leibesübungen eingegliedert. Durch ein Besatzungsdekret wurden 1945 alle Vereine aufgelöst und deren Tätigkeit verboten. Karl Pletscher knüpfte 1946 den Kontakt zum Kommandanten der französischen Militärregierung mit dem Antrag zur Vereinswiedergründung. Voraussetzung für die Genehmigung der Vereinsgründung war die Nennung von drei unbelasteten Personen, dies waren Hermann Brand, Ludwig Schmidt und Karl Pletscher, sowie ein neuer Vereinsname.
Der "Sportverein 1946 Erpolzheim" war geboren.
Groß war der Verlust vieler Mitglieder die das Kriegsgeschehen nicht überlebten und schmerzlich vermisst wurden. Erste Aktivitäten im Turnen und Handballsport stellten sich wieder ein. Geturnt wurde im Kohlenkeller der Schule und Handball spielte man auf dem "Katzenkopf". Bald konnte der "Sportverein 1946" wieder in "TV 1906 Erpolzheim" umbenannt werden. Ludwig Pletscher war 1 .Vorsitzender und Triebfeder für die weiter erfolgreiche Vereinsentwicklung.
Dank der Kooperation zwischen Dorfgemeinschaft und Turnverein konnte ein Sportplatz hinter der Wernz'schen Mühle in Angriff genommen und errichtet werden. Die Gemeinde stellte das Grundstück zur Verfügung und unzählige Helfer füllten das Gelände auf.
1950 wurde ein Sommerfest durchgeführt und es wurden Pläne geschmiedet ein Vereinsheim, eine Turnhalle zu bauen.
1952 bei der Mitgliederversammlung im "Gasthaus zum Schwanen" wurde über den Bau heiß diskutiert. Finanzielle Mittel waren nicht vorhanden. Aber es waren Ideen und persönliches Engagement vieler Mitglieder vorhanden.
1953 wurde mit dem Bau begonnen. Fritz Rings machte die Planung und Statik vom Gebäude. Mitglieder verbürgten sich für die Kosten der Materiallieferungen. Steine wurden in Ludwigshafen mit Anhängern abgeholt. Alle Bauarbeiten wurden in Eigenleistung durchgeführt. Das Bauholz für die Dachkonstruktion wurde im gemeindeeigenen Wald geschlagen. Im Sägewerk zugeschnitten und bearbeitet. Die Binder wurden vor Ort zugerichtet und aufgeschlagen.
Ludwig Pletscher war unermüdlich im beschaffen und organisieren von Material, Sach-und Geldspenden. Georg Franz Hubach übernahm die Kosten für die Türen und Fenster.
Nun konnten Veranstaltungen in eigener Halle durchgeführt und aus den erwirtschafteten Gewinne die Schulden allmählich abgetragen werden. Die Turnerjugend nutzte die Halle für ihre Übungstunden, eine Schützenabteilung wurde gebildet, Theaterveranstaltungen und Filmabende wurden durchgeführt.
Die Dorf- und Bürgergemeinschaft hatte wieder einen Mittelpunkt im Dorfgeschehen.
1956 feierte man mit einem großen Umzug das 50 jährige Vereinsjubiläum

Beginn der Handballerfogsgeschichte
1960 Sensationell war die Erringung der Pfalzmeisterschaft der C-Jugend im Handball
1966 Aufstieg der 1.Handballmannschaft in die Bezirksliga
1967 Aufstieg der 1.Handballmannschaft in die Verbandsliga
1968 Aufstieg der 1.Handballmannschaft in die Oberliga Südwest Erringung der Meisterschaft und Qualifikationsspielen zur Feldhandball Bundesliga
1968 wurde mit dem Bau der Vereinsgaststätte begonnen
1970 Meisterschaft der Handballregionalliga Südwest
Qualifikationsspiele zur Feldhandball-Bundesliga
1973 Einstellung der Feldhandballspiele
Handballsport wird auf dem Kleinfeld -bzw. in der Halle gespielt

1971 Gründung der Stockschützenabteilung, Erstellung von 4 Asphaltbahnen
1974 Gründung der Fußballabteilung
1975 Stockschützen. Erweiterung auf 9 Asphaltbahnen - Mehrzweckanlage
1976 Gründung der Tennisabteilung 4 Spielfelder auf der Mehrzweckanlage
1981 Bau der Kegelbahnanlage mit 2 Bahnen
1983 Tennisabteilung. Gemeinde stellt Grundstücke zum Bau von 2 Sandplätzen zur Verfügung.
1986 Gründung der Handballjugendspielgemeinschft JSG Erpolzheim/Freinsheim
1987 Befestigung der Parkfläche mit einem Verbundsteinbelag inkl. Entwässerung.
1988 Tennisabteilung baut Gebäude mit Umkleidekabinen und Sanitäranlagen.
1990 Erweiterung der Tennisanlage auf 4 Sandplätze
1993 Turnhallenboden wird erneuert.
1995 Wasserbehälter 40.000 ltr. für die Beregnung der Tennisplätze wird installiert
1996 Toilettenanlagen im Gastronomiebereich werden erneuert.
1997 Heizung von Turnhalle und Gastronomiebereich wird auf Erdgas - Brennwerttechnik umgestellt. Sitzungszimmer wird mit neuem Bodenbelag und Mobiliar ausgestattet.
1998 Küchenumbau. Erneuerung der Energieversorgung, Fliesen, Kücheneinrichtung, Kühlhäuser, Flur- und Deckenverkleidung.
1999 Instandsetzung der Kegelbahn nach einem Brandschaden. Bahnen, Steuerungstechnik, Kegel und Kugeln, Beleuchtung und Inneneinrichtung werden erneuert bzw. überarbeitet. Neue Tische für den Saal werden angeschafft
2000 Baubeginn der Sportplatzanlage: Ausschachtungen für die Verlegung von Drainagerohren, Bewässerungsleitungen, und Stromleitungen für die Flutlichtanlage
2001 Weiterführung der Bauarbeiten am Sportplatz: Abtragen der Oberfläche und auffüllen mit ca. 2.100 t Mineralgemisch. Einfassung der Anlage mit Randsteinen und Einbau von ca. 8500 t Tennenmaterial Installation der Beregnungsanlage mit Pumpstation Aufnahme vom Spielbetrieb
Asphaltstockanlage wird mit einem neuen Belag überzogen und mit einer neuen Zaunanlage versehen
Ausbau der Gaststätten -Außenanlage mit Überdachung und Erweiterung vom Biergarten
2002 Übergabe der Sportanlagen am Familienfest
2003 Automatisierung der Bewässerungsanlage
2004 Einbau einer Türanlage von der Gaststätte zum Biergarten. Bau einer Garage für Sportplatzpflegefahrzeug
2005 Teilrenovierung der Gaststätte und Erneuerung der Garderobe.
2007 Abriss der alten Dusch- und Umkleidekabinen.
2008 Grundsteinlegung für die neuen die Sanitäranlagen und Umkleidekabinen.
2009/10 Dachsanierung an Turnhalle und Vereinsgebäude mit Unterstützung der Gemeinde von 10.000€, Vollwärmeschutz an Gaststätte/Wohnung, Fotopholtaikanlage auf der Kegelbahn und Wohnung. Die Eisstockschützen haben sich aufgelöst, nach jahrelangen Bemühungen um Nachwuchs war es dann leider soweit.
2011 Neuer Fettabscheider, Gastraum renoviert
2012/13 Sanierung der Turnhalle, Boden, Heizkörper und Notausgang
2014/15 Einbau neuer Thermen für das ganze Gebäude. Es spielen nur noch ca. 8 Leute Tennis, es wird nur noch ein Platz hergerichtet. Tennis ist bei dem Verband abgemeldet.
2016 Der Vorstand trägt sich mit dem Gedanken, den Sportplatz als Baugelände zu verkaufen und ein Kaltsporthalle zu bauen. Das ist aber noch Vision.
2019 Nach dem der Wirt den Pachtvertrag gekündigt hat, musste unter Auflage des Gesundheitsamtes die Küche renoviert werden. Aus der Renovierung wurde ein kompletter Neuaufbau. Die Küche wurde entkernt, das alte Kühlhaus in der Küche entsorgt, eine neue Kühlzelle wurde im Aussenbereich aufgestellt. Die Fliesen, Wasserversorgung und -entsorgung wurden erneuert, ein Notausgang zur Küche eingebaut, eine selbstschließende Tür zwischen Küche und Gastraum eingebaut, die Elektroinstallation und die Be- und Entlüftung wurde erneuert, Einbau einer Personal-/Behindertentoilette, in dem Zuge wurde auch der Flur neu gefliest.
2020/2021 Steht im Zeichen von Coronaeinschränkungen. Ab November 2019 hatten wir einen neuen Wirt gefunden, der dann aber im März 2020 den Pachtvertrag, auch coronabedingt, gekündigt hat. Die Gaststätte war ein halbes Jahr geschlossen. Nach intensiver Suche wurde ein neuer Wirt gefunden, der dann im November 2020 die Gaststätte öffnen wollte. Ab Mai 2021 konnte unter Corona Einschränkungen gestartet werden. Der Verein kauft 100 qm Gelände, das ist der Zugang zur Gaststätte (östlich). Der Verein hat diese Fläche vor Jahren befestigen lassen, ohne dass er daran Eigentum hatte. Der Hallenboden wurde überarbeitet, die Gelegenheit war gut da coronabedingt keine sportlichen Aktivitäten stattfanden. Der Sportplatz ist zum 15.12.2021 verkauft.